Baumstumpf verrotten

Gerade bei großen Bäumen ist das Entfernen eines Baumstumpfs mit viel Arbeit und Kraftaufwendung verbunden. Vor allem wenn man nicht auf Hilfsmittel wie Baumstumpf Ex oder eine Stubbenfräse setzen möchte. Der am wenigsten gewaltsame Weg einen Baumstumpf loszuwerden, ist einfach Mutter Natur ihren Lauf zu lassen und auf das Verrotten zu setzen. Die Wurzel braucht allerdings – und das ist von Baumart zu Baumart natürlich verschieden, mindestens acht bis zehn Jahre, bis sie so stark verrottet ist, dass sie sich endlich ohne große Kraftaufwendung und Probleme aus dem Boden entfernen lässt. Ein Baumstumpf auf natürliche Weise verwittern und verrotten zu lassen braucht also vor allem Geduld.

Und man muss natürlich aufpassen, dass die Baumwurzel zwischendurch nicht wieder neue Triebe bildet.

Aber nicht immer hat man acht bis zehn Jahre Zeit. Schließlich hat man den Baum häufig aus einem guten Grund gefällt und möchte dementsprechend auch den Baumstumpf schneller entfernt haben, zum Beispiel um mehr Platz für spielende Kinder zu haben oder um ein Planschbecken aufzustellen – für einen solchen Sommerspaß benötigt man unbedingt einen nicht nur sauberen, sondern auch ebenen Untergrund. Und gerade für aufblasbare Planschbecken sollte dieser frei von Wurzeln und ähnlichem sein. Oder man hat einfach keine Lust mehr, mit dem Rasenmäher einen Bogen um den Baumstumpf zu fahren.

Auch mit diesen Methoden dauert es noch mehrere Jahre, bis ein Baumstumpf verrottet ist. Wer den Platz also schon im nächsten Gartenjahr benötigt, wird um drastischere Methoden nicht herum kommen. Immerhin kann man die natürliche Zersetzung eines Baumstumpfes mit einigen Mitteln beschleunigen.

Baumstumpf schneller verrotten lassen

Das Verrotten von Wurzeln und Baumstümpfe kann man auch beschleunigen. Denn die Verrottung ist zwar die umweltfreundlichste Methode einen Baumstumpf zu beseitigen aber eben nicht die schnellste. Mit einigen kleinen Tricks kann man die Verrottung eines Baumstumpfes aber beschleunigen.

Stumpf einschneiden – Vertiefungen anbringen

Um die natürliche Verrottung eines Baumstumpfs zu beschleunigen hilft es, den Stumpf weiter einzuschneiden bzw. Vertiefungen anzubringen. Gut geeignet ist hierfür zum Beispiel eine Kettensäge. Mit dieser schneidet man ein Kreuzmuster in den Baumstumpf und das bis zum Boden – also so weit wie möglich. Das Ergebnis sollten viele kleine Vierecke auf der Oberseite des Stumpfes sein, die möglichst weit nach unten durchgehen. Damit wird die Fläche erhöht, die verrotten kann und man kommt auch schneller in das Stumpf-Innere. Auch kann man mit Kompost arbeiten, um den Vorgang noch weiter zu beschleunigen. Dazu einfach Gartenerde oder besser garteneigenen Kompost etwa drei bis fünf Zentimeter auf die entsprechenden Stellen geben und diese damit abdecken. Nun das Ganze regelmäßig anfeuchten und schon können die Holzzersetzer im Kompost mit ihrer Arbeit beginnen.

Löcher in den Baumstumpf bohren

Eine Kettensäge hat man ja nicht immer im Haus und nicht immer hat man auch den Platz um diese einzusetzen. In diesem Fall reicht auch ein großer Holzbohrer, mit dem man Löcher in den Stumpf bohren kann. Desto mehr und desto tiefer um so besser. Noch weiter beschleunigt wird die Verrottung dann, wenn man in die so entstandenen Löcher Kompost füllt, und zwar solchen, der selbst schon halb verrottet ist.

Baumstumpf aushöhlen

Statt wahllos Löcher in den Baumstumpf zu schneiden, um die Verrottung zu beschleunigen, kann man auch versuchen, ihn etwas auszuhöhlen und ihn dann mit Blumenerde zu füllen. Der ausgehöhlte Stumpf wird so zum Blumenkasten. Dadurch, dass die Pflanzen gewässert und gedüngt werden, wird auch die Zersetzung des Stumpfes gefördert.

Kompostbeschleuniger beim Baumstumpf verwenden

Frisches Holz wird durch Bakterien und Pilze schneller zersetzt. Dies macht man sich bereits zunutze, wenn man Löcher und Rillen mit bereits zersetztem Kompost auffüllt. Statt diesem kann man aber auch Kompostbeschleuniger verwenden oder auch organischen Dünger.

Bei dem Baumstumpf handelt es sich allerdings mehr oder weniger schon um Totholz. Daher liefert er für die Mikroorganismen im Dünger nur noch wenig Nährstoffe. Damit die mikroskopisch kleinen Helfer beim Baumzersetzen aber lange ihre Arbeit tun, sollte man in jedem Frühjahr wieder etwas organischen Volldünger über das Projekt Baumzersetzung streuen.

Kalkstickstoff

Statt Kompost oder Kompostverstärker kann auch Kalkstickstoff verwendet werden um die Löcher bzw. tiefen Rillen beim Baumstumpf aufzustumpfen. Kalkstickstoff ist ein mineralischer Stickstoffdünger und ein Wirkstoff, der sich häufig auch in Wurzel-Ex findet. Kalkstickstoff versorgt Mikroorganismen mit Stickstoff und sorgt so dafür, dass diese sich in dem Baumstumpf wohl fühlen und ihre Arbeit tun.

Kompost

Im Kompost sind viele Mikroorganismen enthalten und darunter eben auch viele Holzzersetzer.

Zeit bis zur vollständigen Verrottung überbrücken

Bis der Baumstumpf endgültig verschwunden ist, können einige Jahre ins Land gehen, auch wenn man die Verrottung beschleunigt hat. Bis dahin kann man den Stumpf auch zur Dekoration nutzen und ihn zum Beispiel mit Blumenkästen aufhübschen oder man bepflanzt den Baumstumpf. So kann man zum Beispiel Austernseitlinge auf dem Baumstumpf züchten. Zur Pilzzucht geeignet sind vor allem Baumstümpfe, die von Laubhölzern übrig geblieben sind (Eiche, Weide, Pappel, Birke oder auch Buche).

Oder man wartet nicht, bis die Zersetzung die Arbeit vollständig getan hat. Unter günstigen Bedienungen ist bei der natürlichen Zersetzung mit den oben genannten Beschleunigern schon nach einem Jahr der Baumstumpf so mürbe und morsch, dass man ihn zerschlagen kann. Dafür reicht dann bereits die stumpfe Seite einer Axt aus.

Vorteil Baumstumpf verrotten lassen

Die Verrottung ist die umweltfreundlichste und natürlichste Art einen Baumstumpf loszuwerden. Es ist auch die günstigste Möglichkeit, man benötigt weder Mittel wie Baumstumpf Ex oder Wurzel Ex und erst recht keine teuren Maschinen. Man kann das Verrotten eines Baumstumpfs und seiner Wurzeln zwar beschleunigen, es dauert aber dennoch seine Zeit.

Ein weiterer Vorteil der Verrottungsmethode ist natürlich auch, dass die Nährstoffe dem Boden wieder zugeführt werden. Totholz hat nun mal eine wichtige Aufgabe und das nicht nur im Wald.

Empfohlen:
Wenn man Zeit hat und vor allem den Platz nicht benötigt. Oder wenn es gar nicht anders geht, weil zum Beispiel für den Einsatz von Stubbenfräse oder Baumstumpffräse einfach nicht genug Platz ist.

Zusätzlich grüne Teile immer entfernen

Damit der Baumstumpf auch wirklich tot bleibt und so zersetzt werden kann, sollte man nicht nur regelmäßig den Kompost auf dem Stumpf anfeuchten, sondern dabei auch alle grüne Teile (Wurzelschosser, Triebe) entfernen. Von Kupfernägeln in den Baumstamm schlagen, um weitere Triebe zu verhindern, wird oftmals abgeraten. Zwar gibt es dann keine neuen Triebe mehr, häufig verrottet der Stumpf dann aber auch nicht weiter. Gegen neue Triebe hilft es aber auch, den Baumstumpf mit einer dunklen Plane abzudecken.